Canyoning - nicht nur Sport

Bitte lest euch vorher zuerst einige wichtige Anmerkungen durch!
  • Die Natur ist sehr empfindlich. Bei Ein- und Ausstiegen von Touren haltet euch bitte an die bestehenden erkennbaren Wegführungen oder Steigspuren. Speziell auf feuchtem Boden entstehen leicht tiefe Trittspuren und die Gefahr von Erosion ist bei aufgebrochenen Untergrund bedeutend höher.
  • Beim Begehen von Schluchten trifft man auf total unterschiedliche Landschaften. Während in einer reinen Fels- oder Geröllschlucht ein einziges Hochwasser in Minuten mehr verändern kann als viele Canyongeher in Jahren, gibt es andererseits wieder sehr empfindliche Ökosysteme. Wasserfälle oder Becken können mit Tuff oder Moos besetzt sein. Achte darauf, wo Du hintrittst, um hier nichts zu zerstören. Am Ufer können seltene Pflanzen wachsen und schützenswerte Tiere leben. Generell sollte man einfach mit offenen Augen gehen und auf die in diesem einzigartigen Refugium existierende Pflanzen- und Tierwelt Rücksicht nehmen.
  • Nichts gegen Freuden- oder Jubelschreie. Sie könnten aber von Außenstehenden, die die Situation in der Schlucht nicht einzuschätzen vermögen, als Notrufe mißdeutet werden. Bei nächtlichem Ausstieg aus einer Schlucht mit Stirnlampen wurde einmal bei einer unserer Touren auch schon die Bergwacht von einem Jäger alarmiert und diese rückte dann in voller Stärke aus.
  • Gehe nie alleine in einen Canyon. Der tödliche Unfall 1997 im Heckenbach konnte nur einem Alleingeher passieren. Die minimale Gruppenstärke in Canyons sollte drei Personen umfassen. Bei einem Unfall kann einer bei dem Verletzten bleiben, der andere Hilfe holen. Zu große Gruppenstärken behindern andererseits wieder das Vorwärtskommen. An Abseilstellen entstehen lange Wartezeiten und es kommt so zu unangenehmen oder sogar gefährlichen Auskühlungen.
  • Die beschriebenen Touren sind manchmal mit sehr guten, gelegentlich aber auch mit etwas dürftigen Sicherungsmitteln versehen. Grundsätzlich ist bei allen Touren ausreichend Sicherungsmaterial (Hammer, Spitsetzer, Laschen, Ankerpunkte, Bandschlingen) mitzunehmen. Durch Frost, Hochwasser, Steinschlag usw. können Sicherungen beschädigt sein. Alle Sicherungen sollten vor dem Einhängen genau geprüft werden. Ein Ersatzachter, ein Messer, eine Rettungsfolie, eine Stirnlampe und ein Erste-Hilfe-Set in der Grundausrüstung sind eine Selbstverständlichkeit.
  • Rechnet damit, dass Angaben in Beschreibungen ungenau sein können. Entsprechendes Reserveseil ist unbedingt mitzunehmen. Es kann auch vorkommen, dass sich ein Seil nicht mehr oder nur teilweise abziehen läßt oder durch Scheuern beschädigt wurde.
  • Teilt Freunden oder Angehörigen mit, welche Tour ihr geht und wann mit eurer Rückkehr gerechnet werden kann. Macht aber auch klar, dass Panik bei einer möglichen Verspätung nicht angebracht ist. Viele Widrigkeiten können Verzögerungen bewirken (defekte Sicherungen, Veränderungen im Terrain, Ermüdung, schwächere Gruppenmitglieder usw.) und trotzdem besteht kein Risiko, noch rechtzeitig und selbständig aus der Schlucht herauszukommen.