Ein schöner Kurztrip nach Genua

"Hast Du Lust in die Oper, nimm aber Dein Canyonzeug mit?!"
Das und die Absicht, die kalte Jahreszeit ein wenig zu verkürzen war Motivation für die Reise vom 17. bis 20. Oktober mit Ziel Genua. Aber: Auf dem Hinweg wollen wir - Peter, zwei seiner Kolleginnen und ich - spontan noch eine Opernaufführung in Mailand mitnehmen. Eine Stunde vorher: Umziehen in der Operntiefgarage, Krawatte im Autospiegel justiert und auf zur Kasse. Aber leider: Es gab nur noch Karten zu 77 Euro; war einigen zu teuer. Also, alles zurück und abendliche Fahrt in den Piemont, wo gerade Trüffelzeit ist: Für die ausgefallene Oper wurden wir in Peters "Geheimtipplokal" reichlich entschädigt: Sechs Gänge mit frisch aufgehobeltem Trüffel, herrlichem Wein. Kosten: Weniger als die Oper bis zum 1. Akt. Wunderbar, die Oper war vergessen.

Ankunft im schon bekannten Agriturismo in der Nähe von Genua: Durch ein Missverständnis beim Reservieren war nur ein Schlafraum für uns vier vorhanden: Somit klar, wir schlafen im Auto; die Damen in der warmen Bude - war auch gut so, wegen anschwellendem Geschnatter. Freitag dann bei angenehmem Wetter die Schlucht Rio Prialunga. Aufstieg etwas schwierig zu finden, wegen dubioser Zustiegsbeschreibung in Verbindung mit verstecktem Hinweisschild. Sehr steil. Gut eine Stunde in der Sonne: Schweißtreibend.
Wegen vorangegangener Regenfälle hoher Wasserstand. Eine sehr schöne Schlucht mit Blick aufs Mittelmeer, offene Stellen wechseln immer wieder mit recht eng geschnittenen Stellen, die teilweise sehr heikel waren, trotz warmem Wetter sehr kaltes klares Wasser. Abstieg gut 4 Stunden. Als der Wasserdruck immer stärker wurde und das Wasser immer kälter etwa bei der Hälfte Peters bekannte Prophezeihung : "Jetzt hammas glei." Sollte wohl Mut machen. Denkste, dann gings wie immer erst richtig zur Sache.
Eine anstrengende, aber schöne Tour. Allerdings bei etwas weniger Wasser zu empfehlen. Abendlicher Ausklang wieder in einem Agriturismo, den wir direkt neben dem Ausstieg entdeckten: Tolle genuesische Küche mit allerlei Schmankerl. Als Peter dem Wirt erzählte, dass wir heute die Schlucht gegangen waren heftiges Augenrollen und bedenkliche Miene. "Bei dem Wasser nichts für Angsthasen", meinte der Wirt.

Dann am nächsten Tag:
Genua, traumhafte Altstadt, Sektfrühstück mit Blick auf den Hafen, Verdi Oper "Oberto" mit herrlicher Inszenierung in dem wunderschönen Opernhaus.
Sitzen an Hafenmole und wehmütiges Begleiten der Tirrenia-Fähre bei einer Flasche Wein, als die Fähre bei Sonnenuntergang nach Sardinien auslief. Zuvor noch der obligatorische Einkauf von Canyonmaterial, von Achter bis Schlaz, durch Peter für den halben DCV. 
Sonntag: Gemächliche Rückfahrt bei Sonnenschein über Comersee, Chiavenna, Splügenpass, Chur.
Das war ein reiches Wochenende mit einer bunten Mischung schöner Aktivitäten. - Herbert Fischer -